Die Perlenfischer

Georges Bizet
11 Mai
IN DIESER SPIELZRIT BIETEN DAS CARREAU UND DAS SAARLÄNDISCHE STAATSTHEATER (SST) WIEDER EINEN PUBLIKUMSAUSTAUSCH AN. DAS JEWEILIGE PUBLIKUM DER SPIELSTÄTTEN KANN AUF DIESE WEISE DAS BENACHBARTE THEATER KENNENLERNEN.

EINFÜHRUNG:
Montag – 10.05.21 – 19h (Ort wird bekanntgegeben)

 

1863 brachte Georges Bizet seine Les Pêcheurs de perles auf die Bühne. Die eigentliche Geschichte seiner Perlenfischer ist dabei schnell erzählt: Die beiden Freunde Zurga und Nagir treffen sich nach vielen Jahren im Camp der Perlenarbeiter wieder. Zurga wurde soeben sogar zu ihrem Anführer gewählt. Ihre Freundschaft wird alsbald auf die Probe gestellt, als sie sich in Leïla verlieben. Im Sinne ihrer Verbundenheit leisten beide einen Schwur, dass sie für alle Zeiten dieser Liebe entsagen wollen. Doch – wie sollte es in einer Oper auch anders sein – wird dieser Schwur auf die Probe gestellt, als Nadir und Leïla von ihren Gefühlen übermannt werden. Was wiegt nun schwerer? Das Gesetz der Rache oder das Gesetz der Liebe? Vor dem Hintergrund dieser Beschreibungen könnte man fast der Versuchung erliegen, Bizets Oper wäre eine stereotype Liebesgeschichte, in der diese Dreiecksbeziehung zwar reich an Konflikten, aber noch reicher an Versöhnung ist. Doch weit gefehlt. Bizets Werk liest sich aus dem Jahr 2020 nicht nur wie eine amouröse Delikatesse. Es wirft Fragen auf, zeigt die Schattenseiten im Paradies, menschenverachtende Arbeitsbedingungen und die Skrupellosigkeit und die rücksichtlose Ausbeutung von Umwelt und Mensch. Bizet ist mehr als nur »Carmen«, die »Perlenfischer« sind mehr als nur liebende Taucher im Paradies.


© Marco Kany