Künstlerische und kulturelle Bildung

Das Thema, das die Spielzeit 2020/2021 durchzieht, bildet den Sockel  für die verschiedenen pädagogischen Projekte zur Kunst- und Kulturerziehung. Wir schlagen den verschiedenen Laiengruppen vor, über den Begriff der „Generationen“ nachzudenken.  In dieser Spielzeit richtet das Carreau sein Augenmerk auf den Übergang von einem Lebensalter ins andere und auf die Begegnung der Generationen. Die aktuelle Baustellensituation im Carreau markiert umso mehr den Zeitenwechsel: wir lassen einen Zustand zugunsten einer Übergangssituation hinter uns, die aus Erwartung, Ungeduld und Entwicklung besteht und uns zu einer Erneuerung führt. Auch der Bezug zur Periode der sanitären Krise, die uns ereilt hat, ist verlockend, denn sie stellt existentielle Fragen zur Welt vorher und nachher. Alle Publikumsschichten des Carreau, von den Jüngsten bis zu den Ältesten, können gemeinsam und zusammen mit den Künstlern über diese Fragestellungen, die diese Warte-, Übergangs- und Weitergabephasen aufwerfen, nachdenken.

 

Amateurtheaterworkshop

In dieser Spielzeit werden die Teilnehmer des Theaterworkshops wieder an der Produktion der Partner-Compagnie des Carreau La Bande Passante teilnehmen: das Stück Devenir wird sich von den Tagebüchern von Jugendlichen inspirieren lassen. In dieser Arbeit klingt das Spielzeitthema 2020-2021 des Carreau wieder: die Generationen. Die Teilnehmer werden sich über die ganze Spielzeit hinweg etwa ein Dutzend Mal sonntags treffen, um am Projekt teil zu haben.

Informationsveranstaltung:
Sonntag, 4. Oktober 2020 um 11 Uhr

Unkostenbeitrag: 70€ + ein Abonnement für 5 Veranstaltungen

 

besonderes Publikum

Das Carreau entwickelt Projekte der kulturellen und künstlerischen Bildung für jede Art von Publikum. So gibt es auch Projekte in der Behindertenarbeit. Durch Theater- oder Tanzpraxis nehmen sie an einer kollektiven Erfahrung teil. Der Blick, auf sich selbst und auf den anderen, ist in diesem Kontext äußerst wichtig: künstlerisches Arbeiten kann nicht nur Vertrauen zurückgeben, man wird auch von seiner Umgebung anders wahrgenommen.

Das Carreau arbeitet seit 2014 mit der Maison d’Accueil Spécialisée Les Floralies in Freyming-Merlebach zusammen, es gibt dort einen Tanz- und drei Theaterworkshops in Creutzwald , Saarguemünd und Forbach sowie ein in Petite-Rosselle.

 

Workshops im schulischen Bereich

Seit seiner Gründung ist die kulturelle Jugendarbeit ein Schwerpunkt des Carreau. Es verfolgt eine entschlossene Politik im Bereich der Kunsterziehung, indem es verschiedene Workshops in der Akademie Nancy-Metz durchführt.

Das ganze Jahr über teilen dem Carreau nahestehende Künstler ihre Leidenschaft für die darstellenden Künste mit Schülern aus der Moselle und dem Saarland in so verschiedenen Disziplinen wie Theater, Tanz, Puppentheater oder Video. Insgesamt veranstaltet das Carreau an die dreißig Workshops im schulischen Bereich.

Die künstlerische und kulturelle Bildung ist ein starker Vektor der Sensibilisierung der Jüngsten für die Kultur, für die Eigenständigkeit der Individuen und ihre soziale Integration. Und das betrifft beides, die Schul- und die Freizeit.

Sehen lernen, zuhören, die Besonderheit eines Werkes spüren, bedeutet auch, offen sein gegenüber vielen Formen von Austausch und Lust haben, sie anzunehmen, weil man mitfühlen kann. So entsteht eine engere und fruchtbarere Beziehung zwischen dem, was in der Schule geschieht und dem, was in Kultureinrichtungen und an jedem Ort geschieht, der eine kulturelle und künstlerische Dimension hat.

Aufgrund der Renovierungsarbeiten können die Arbeitspräsentationen der Projekte nicht wie üblich im Rahmen von Ré-Kreation gezeigt werden und müssen eine andere Form finden.

Der „Contrat Territorial d’Education Artistique et Culturelle“ wird vom Syndicat intercommunal ACBHL (Action Culturelle du Bassin Houiller Lorrain) getragen und drückt den Wunsch aus, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern, indem in Abstimmung mit den an der Kinder- und Jugendarbeit beteiligten, die Wege der kulturellen Bildung ausgearbeitet werden.

 

Grenzüberschreitende Praxisworkshops

Das Carreau koordiniert grenzüberschreitende, deutschfranzösische Theater- und Tanzworkshops. Sie werden vom Carreau, der DRAC Grand-Est, dem Rectorat Nancy-Metz und dem Ministerium für Bildung und Kultur Saarland finanziert.

Diese deutsch-französischen Workshops bringen TeilnehmerInnen aus Einrichtungen von beiden Seiten der Grenze zusammen, und machen es sich zur Aufgabe, die Lust zu vertiefen, eine andere Kultur und Sprache durch verspielte und weniger schulische Methoden schätzen zu lernen. Abgesehen vom linguistischen und (inter)kulturellen Aspekt, soll dies Experiment auch zur Selbstverwirklichung der Schüler beitragen.

 

Lesezirkel im schulischen Bereich

ZEITGENÖSSISCHES THEATER ARGUMENTIEREN, LESEN, SPRECHEN UND SEHEN.

Die Lesezirkel möchten junge Menschen an die Lektüre und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen französischen und deutschen Theatertexten heranführen. Sie sind in Zusammenarbeit mit dem Verein Postures, als Éducation nationale / Jeunesse et éducation populaire anerkannt, die Sensibilisierungsmaßnahmen für zeitgenössische Literatur entwickelt.

Sie ermöglichen, eine lebendige und oft verkannte Literatur zu entdecken und ihre AutorInnen und ÜbersetzerInnen zu treffen.

Wie bei einer professionellen Dramaturgensitzung bestimmt die Gruppe Zielvorgaben und arbeitet in verschiedenen Etappen: Lektüre der Texte, Diskussion und Auswahl.