KÜNSTLERISCHE UND KULTURELLE BILDUNG

Das bestimmende Thema der Spielzeit 2019/2020 wird die Arbeitsgrundlage für verschiedene Projekte der künstlerischen und kulturellen Bildung sein: Wir schlagen den diversen Amateurgruppen vor, sich mit dem Begriff Anderswo auseinanderzusetzen. Die baldige Verwandlung des Gebäudes in eine Baustelle macht es erforderlich, dass einige Inszenierungen der kommenden Spielzeit anderswo gezeigt werden. Ganz abgesehen davon entfernt uns das Anderswo von dem, was uns nahesteht, und bringt uns dem, was uns fern ist, näher. Es liegt in der Natur der Dinge, dass diese Überlegung unser "hier" hinterfragt. Das Anderswo suggeriert das Unerwartete, Unvorhersehbare, die Begenung mit dem Anderen, Flucht, Nachdenken... und lässt einem jeden viel Freiheit, sich diese Idee zu eigen zu machen, sie durch künstlerische Umsetzung auszuleben.  

Amateurtheaterworkshop

In dieser Spielzeit werden die TeilnehmerInnen des Theaterworkshops bei der Inszenierung der Compagnie La Bande Passante mitmachen, die Partner des Carreau ist: Devenir, die Arbeit daran wird von Tagebüchern inspiriert sein. Die TeilnehmerInnen werden sich über die Spielzeit verteilt etwa zehnmal sonntags treffen, um an dem Projekt zu arbeiten. Informationsveranstaltung: Dienstag, 1. Oktober 2019 um 18 Uhr Unkostenbeitrag: 70€ + ein Abonnement für 5 Veranstaltungen  

besonderes Publikum

Das Carreau entwickelt Projekte der kulturellen und künstlerischen Bildung für jede Art von Publikum. So gibt es auch Projekte in der Behindertenarbeit. Durch Theater- oder Tanzpraxis nehmen sie an einer kollektiven Erfahrung teil. Der Blick, auf sich selbst und auf den anderen, ist in diesem Kontext äußerst wichtig: künstlerisches Arbeiten kann nicht nur Vertrauen zurückgeben, man wird auch von seiner Umgebung anders wahrgenommen. Das Carreau arbeitet seit 2014 mit der Maison d’Accueil Spécialisée Les Floralies in Freyming-Merlebach zusammen, es gibt dort einen Tanz- und drei Theaterworkshops in Creutzwald , Saarguemünd und Forbach sowie ein in Petite-Rosselle.  

Workshops im schulischen Bereich

Seit seiner Gründung ist die kulturelle Jugendarbeit ein Schwerpunkt des Carreau. Es verfolgt eine entschlossene Politik im Bereich der Kunsterziehung, indem es verschiedene Workshops in der Akademie Nancy-Metz durchführt. Das ganze Jahr über teilen dem Carreau nahestehende Künstler ihre Leidenschaft für die darstellenden Künste mit Schülern aus der Moselle und dem Saarland in so verschiedenen Disziplinen wie Theater, Tanz, Puppentheater oder Video. Insgesamt veranstaltet das Carreau an die dreißig Workshops im schulischen Bereich. Die künstlerische und kulturelle Bildung ist ein starker Vektor der Sensibilisierung der Jüngsten für die Kultur, für die Eigenständigkeit der Individuen und ihre soziale Integration. Und das betrifft beides, die Schul- und die Freizeit. Sehen lernen, zuhören, die Besonderheit eines Werkes spüren, bedeutet auch, offen sein gegenüber vielen Formen von Austausch und Lust haben, sie anzunehmen, weil man mitfühlen kann. So entsteht eine engere und fruchtbarere Beziehung zwischen dem, was in der Schule geschieht und dem, was in Kultureinrichtungen und an jedem Ort geschieht, der eine kulturelle und künstlerische Dimension hat. Aufgrund der Renovierungsarbeiten können die Arbeitspräsentationen der Projekte nicht wie üblich im Rahmen von Ré-Kreation gezeigt werden und müssen eine andere Form finden. Der „Contrat Territorial d’Education Artistique et Culturelle“ wird vom Syndicat intercommunal ACBHL (Action Culturelle du Bassin Houiller Lorrain) getragen und drückt den Wunsch aus, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern, indem in Abstimmung mit den an der Kinder- und Jugendarbeit beteiligten, die Wege der kulturellen Bildung ausgearbeitet werden.  

Grenzüberschreitende Praxisworkshops

Das Carreau koordiniert grenzüberschreitende, deutschfranzösische Theater- und Tanzworkshops. Sie werden vom Carreau, der DRAC Grand-Est, dem Rectorat Nancy-Metz und dem Ministerium für Bildung und Kultur Saarland finanziert. Diese deutsch-französischen Workshops bringen TeilnehmerInnen aus Einrichtungen von beiden Seiten der Grenze zusammen, und machen es sich zur Aufgabe, die Lust zu vertiefen, eine andere Kultur und Sprache durch verspielte und weniger schulische Methoden schätzen zu lernen. Abgesehen vom linguistischen und (inter)kulturellen Aspekt, soll dies Experiment auch zur Selbstverwirklichung der Schüler beitragen.  

Lesezirkel im schulischen Bereich

ZEITGENÖSSISCHES THEATER ARGUMENTIEREN, LESEN, SPRECHEN UND SEHEN. Die Lesezirkel möchten junge Menschen an die Lektüre und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen französischen und deutschen Theatertexten heranführen. Sie sind in Zusammenarbeit mit dem Verein Postures, als Éducation nationale / Jeunesse et éducation populaire anerkannt, die Sensibilisierungsmaßnahmen für zeitgenössische Literatur entwickelt. Sie ermöglichen, eine lebendige und oft verkannte Literatur zu entdecken und ihre AutorInnen und ÜbersetzerInnen zu treffen. Wie bei einer professionellen Dramaturgensitzung bestimmt die Gruppe Zielvorgaben und arbeitet in verschiedenen Etappen: Lektüre der Texte, Diskussion und Auswahl.