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WOYZECK (Je n’arrive pas à pleurer)

Jean-Pierre Baro | Cie Extime

Do
09.04
20:00
auf französisch mit deutscher Übertitelung
Dauer: 105 Min.

Woyzeck ist eine Liebesgeschichte, die tragische Erzählung eines Eifersuchtsdramas. Büchner hat sich von einem wahren Geschehen inspirieren lassen: ein ehemaliger Soldat, arbeitsloser Perückenmacher und Friseur, ersticht seine Geliebte. Er hatte sie der Untreue verdächtigt, ein Verdacht, der aus simplen Gerüchten entstand und seine Eifersucht geschürt hat, bis sie ihn in den Wahnsinn trieb. Er wird zum Tode verurteilt und 1824 auf dem Marktplatz in Leipzig hingerichtet.

Jean-Pierre Baro nimmt Büchners unvollendet gebliebenes Stück zum Ausgangspunkt, um die Geschichte seines eigenen Vaters, eines senegalesischen Gastarbeiters zu erzählen, der in den 60er Jahren nach Frankreich kam. Seinen Text Je n’arrive pas à pleurer/Ich kann nicht weinen basiert auf Gesprächen mit seiner Mutter.

In filmähnlicher Montagetechnik stellt er diese Erzählung der von Büchner gegenüber.
So erklären und befragen sich die beiden Geschichten gegenseitig.
WOYZECK (Je n’arrive pas à pleurer) ist eine sehr persönliche Partitur, die mit Kraft und Feingefühl Fragen zur Entwurzelung, zu Einsamkeit und Vernachlässigung, zur Liebe und zur Verdrängung der Gefühle stellt.

>> VIDEO

 

“Woyzeck [Je n’arrive pas à pleurer, deutsch. Ich kann einfach nicht weinen] ist eine Erkundungsfahrt durch Büchners Stück. Bei dem Projekt geht es darum, die Büchners Arbeitertragödie mit einem anderen fiktiven Text, Je n’arrive pas à pleurer, zu verbinden, inspiriert von meinem Vater, einem Arbeiter, der aus einer der ehemaligen französischen Kolonien eingewandert war.
Ich habe meinen Vater niemals weinen sehen. Heute frage ich mich, warum er keine Tränen zu haben schien.
Mit der Gegenüberstellung der fiktiven Fragment von Büchner mit der Geschichte eines entwurzelten Proletariers wollte ich auf das Thema der kulturellen Orientierungslosigkeit eingehen, des Gefühls, heimatlos zu sein, ohne Vaterland, und auf die Unterdrückung jeglicher Emotion. Was mich interessiert, ist darüber durch Tränen zu sprechen, beziehungsweise “jenseits der Tränen”. Wie kann der Soldat Woyzeck heute als Person dargestellt werden? Wie stehen die Geschichte und die Literatur mit der persönlichen Erzählung im Dialog?”

Absichtserklärung von Jean-Pierre Baro für Woyzeck [Je n’arrive pas à pleurer].

nach Georg Büchner | französische Übersetzung Jean-Louis Besson & Jean Jourdheuil | Adaption, Regie Jean-Pierre Baro | Mit Avec Guillaume Allardi, Simon Bellouard, Cécile Coustillac, Adama Diop, Sabine Moindrot, Philippe Noël, Tonin Palazzotto | Ton Loïc Le Roux | Bühnengestaltung, Kostüme Magali Murbach, Jean-Pierre Baro | Lichtgestaltung Bruno Brinas | Video Vincent Prentout | künstlerische Zusammenarbeit Franck Gazal | technische Leitung Adrien Wernert | Verwaltung, Marketingarbeit Cécile Jeanson (Bureau FormART)

www.bureau-format.org 

Produktion Extime Compagnie | Koproduktion CDN Orléans / Loiret / Centre | Mit Unterstützung von Arcadi | In Zusammenarbeit mit Le Monfort, la Passerelle-Scène Nationale de St Brieuc, Théâtre de Cornouaille-Scène Nationale de Quimper | Mit der Unterstützung von du Ministère de la Culture et de la Communication- DRAC Île-de-France, de l'Adami, de l'Ecole Nationale Supérieure d'Art Dramatique de Montpellier, la Ferme du Buisson-Scène Nationale de Marne-la-Vallée, Théâtre Paul Eluard-Choisy-le-Roi, la Ville de Paris | Mit der finanziellen Unterstützung von Charte de diffusion interrégionale signée par l'Onda, Arcadi, l'OARA, l'ODIA Normandie, Réseau en scène - Languedoc-Roussillon et Spectacle vivant en Bretagne