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Das Team des Carreau unterstützt die freischaffende Künstler und Techniker

Stellungnahme des Teams des Carreau – Nationalbühne in Forbach


Angesichts der sehr beunruhigenden Lage, in der sich die Gesamtheit der französischen Kulturschaffenden befindet, möchte das feste Team des Carreau – Nationalbühne in Forbach gegenüber den unabhängigen Künstlern ohne festes Engagement („intermittents“) seine Unterstützung zum Ausdruck bringen
. Das Team des Carreau unterstreicht die Wichtigkeit des französischen Modells der als freischaffende Künstler Beschäftigten, das die Grundlage bildet für den erfolgreichen Betrieb unseres Theaters und für die Wertschätzung unseres Know-How.
Was kann man tun, was soll man sagen, wenn man professioneller Kulturschaffender in einem Theater ist, das sowohl Gastspiele empfängt, als auch Stücke produziert, um seine Solidarität mit denen kundzutun, die man hier in Frankreich die „intermittents“ nennt? Dank dem Arbeitgeberverband MEDEF und so mancher konformistischer Journalisten trägt dieses Konzept des „intermittent“ einen bedenklichen Beigeschmack: Als Schnorrer, Faulpelze oder Privilegierte werden sie bisweilen empfunden.
Was hingegen das Team der Nationalbühne mit dem Begriff „intermittent“ verbindet, sind die Worte Sachkenntnis, Erfahrungen, Ernsthaftigkeit, „Ungewissheit“.
Erneut ist es an der Zeit, dieses besondere System zu verteidigen, das es unseren Künstlern und anderen Berufsangehörigen der darstellenden Kunst ermöglicht, so würdevoll wie möglich zu leben.

Sie tragen in beachtlicher Weise zur kulturellen Strahlkraft Frankreichs bei, mit der sich unsere Eliten brüsten. Sie bilden, gemeinsam mit uns, den Festangestellten, die treibende Kraft der französischen Ausnahmekultur, die der Stolz Frankreichs ist.

Vergessen Sie auch nicht, dass die Arbeit dieser unabhängigen Künstler ohne festes Engagement in unseren Schauspielhäusern einen nicht zu verachtenden wirtschaftlichen Gewinn generiert.
Es liegt auf der Hand, dass man, wenn man eine große Anzahl dieser Beschäftigten aus diesem Beschäftigungsverhältnis nimmt, ihnen unabdingbar jede Lebensgrundlage entzogen würde. So wären sie in einer noch prekäreren Lage –  oder sie würden zu einer willkürlichen Umschulung in einem anderen Tätigkeitsfeld gezwungen.

Dies würde außerdem auf ganz hoffnungslose Art die Präsenz der sogenannten populären oder elitären Kultur in Frankreich schwächen. Denn die Kunst hat keine Grenzen, genau wie das System der „intermittence“, des freischaffenden Künstlertums. Boulevard, Varieté und Avantgarde, alle diese Theaterformen, ob von bekannten, unbekannten oder anerkannten Künstlern ausgeübt, hängen von diesem französischen Alleinstellungsmerkmal ab.

Seien wir stolz darauf.
Es ist glasklar, dass unsere Orte der Kulturvermittlung, insbesondere in den Städten mittlerer Größe, in ländlicheren Gegenden, ohne diese freischaffenden Künstler ziemlich hilflos wären.

Wir sind bereit, an den von der Regierung gewünschten Verhandlungen teilzunehmen. Wir bedauern zutiefst, dass sie dem Abkommen vom 22. März die Zulassung erteilt hat. Das belastet den Weg der Verständigung, der seit kurzem beschritten wird. Die Regierung geht das große Risiko ein, dass der Konflikt immer radikaler wird und zu einer Machtprobe ausartet.

Das Team des Carreau – Nationalbühne in Forbach